
Christopher Linke gewinnt DM-Titel vor Carl Dohmann / Goldmedaillen für Antje Köhler und Marita Echle
Bühlertal (rawo) – Die große Hitze machte den Akteuren bei den deutschen Meisterschaften im Bahngehen in Bühlertal das Leben schwer. Und trotzdem zeigten sich die meisten mit den Leistungen zufrieden. Im Hauptlauf der Männer setzte sich erwartungsgemäß der Potsdamer Christopher Linke durch, gefolgt vom Badener Carl Dohmann.
„Eine Stunde später starten, dann wäre vielleicht sogar ein neuer badischer Rekord drin gewesen“, resümierte Carl Dohmann nach dem anstrengenden 10000 Meter-Wettbewerb in der prallen Sonne des Mittelbergstadions. Aber der badische Top-Geher vom SCL-Heel Baden-Baden lieferte mit der zweitbesten Zeit seiner Karriere und der Silbermedaille das bestmögliche Ergebnis ab. Vor sieben Jahren an gleicher Stelle hatte Dohmann die gültige badische Bestmarke aufgestellt. „Ich gehe ja nicht so oft diese kurze Strecke“, so Dohmann, der nach dem Wegfall der 50 Kilometer und demnächst auch der 35 Kilometer jetzt wieder mehr auf die kürzeren Strecken trainieren muss.
„Für die 20 Kilometer habe ich die Trainingspläne schon in der Schublade“, zeigte sich Trainer Robert Ihly zuversichtlich. „Ich bin die ja selbst oft gegangen“, so der ehemalige Welt- und Europameisterschaftsteilnehmer, der sowohl mit Dohmann als auch mit Nathaniel Seiler (TV Bühlertal), der Fünfter wurde, zufrieden war.
Das 10000 Meter-Rennen begann mit einem fulminanten Schnellstart von Leo Köpp (LG Nord Berlin), der sich schnell vom übrigen Feld absetzte und seinen Vorsprung auf bis zu 50 Meter ausbaute. Dahinter folgte der große Favorit Christopher Linke (SC Potsdam), der sich auf die Verfolgung machte und nach rund 4000 Meter den Berliner überholte. Danach setzte der Vize-Europameister zu einer Ein-Mann-Show an und überrundete fast das komplette Feld, bis auf Dohmann und Köpp. Dohmann und Seiler hatten sich zusammen mit dem Silbermedaillengewinner der Olympischen Spiele von Tokio, Jonathan Hilbert (LG Ohra Energie) etwas zurück gehalten. Nach etwa einem Drittel der 25 Runden setzte sich Dohmann dann von seinen beiden Kollegen ab und eilte dem immer weiter zurückfallenden Köpp hinterher. Acht Runden vor dem Ziel überholte er den Berliner und strebte unaufhaltsam seiner Silbermedaille entgegen. Nathaniel Seiler musste zwischenzeitlich auch Jonathan Hilbert davon gehen lassen und konnte nicht mehr dagegen halten.
Am Ende hatte der Christopher Linke sein Versprechen „Ich gehe unter 40 Minuten!“ eingehalten: Nach 39:51,11 Minuten überquerte er als deutscher Meister die Ziellinie. Carl Dohmann folgte als Vizemeister in 40:36,74 Minuten vor Leo Köpp (40:48,58). Jonathan Hilbert wurde Vierter (41:18,11) vor Nathaniel Seiler in 42:01,79 Minuten.
Für den anstehenden Saisonhöhepunkt, den Weltmeisterschaften in Budapest (19.-27.08.), hat der Deutsche Leichtathletik-Verband (DLV) zwar noch nicht offiziell nominiert, aber die Athleten wissen schon wer teilnehmen darf. Neben Christopher Linke sind das über 35 Kilometer Carl Dohmann und der nicht in Bühlertal anwesende Karl Junghannß (Thüringen). Bis dahin wird es für Dohmann keine weiteren Wettkämpfe mehr geben. „Wir gehen demnächst noch ins Trainingslager nach Italien und drei Tage vor dem WM-Start am 24. August werde ich nach Ungarn reisen“, so Dohmann.
Für Christopher Linke war es an diesem Tag nicht die einzige Goldmedaille. Im Vorfeld der Hauptrennen ging er auch bei den Senioren M35 über 5000 Meter an den Start und gewann dort ebenfalls souverän in 20:08,08 Minuten. Bei den Frauen setzte sich die erst 17-jährige U23-Athletin Kylie Garreis (LG Vogtland) in sengender Hitze mit persönlicher Bestzeit von 23:47,86 Minuten durch.
Bei den Seniorinnen W65 siegte Marita Echle (TV Biberach) über 5000 Meter in 34:00,67 Minuten. Für weitere badische Medaillenerfolge sorgten Antje Köhler (Droste Running Team; W60) in 35:03,24 Minuten sowie vom gastgebenden TV Bühlertal die Vizemeister Denis Franke (M50) in 28:44,17 hinter Steffen Borsch (Halle) und Georg Hauger (M65) in 29:30,40 hinter Herbert Klaus (Kaufbeuren).
(rawo)






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Borutta erzielt deutsche Jahresbestleistung / Kroner auf Platz eins in Deutschland

Langenbrand (rawo) – Der traditionsreiche Langenbrander Sportler war wieder einmal Schauplatz für große Weiten: Beim Hammerwurf-Meeting der LAG Obere Murg stand natürlich die letztjährige deutsche Meisterin und deutsche Jahresbeste Samantha Borutta (Eintracht Frankfurt) im Mittelpunkt. Die 22-Jährige, 2019 U23-Europameisterin und im letzten Jahr mit 72,14 Meter einzige Hammerwerferin Deutschlands mit einer Weite über 70 Meter, führt auch in diesem Jahr die Rangliste an und verbesserte sich in Langenbrand im zweiten Durchgang auf 69,40 Meter. Mit zwei weiteren Versuchen über 67 Meter lag sie ebenfalls noch über ihrer bisherigen Saisonbestweite, aber der erhoffte Wurf über die begehrte 70 Meter-Marke gelang nicht. Und auch der Stadionrekord in Langenbrand, gehalten von der früheren Olympia-Finalistin Kathrin Klaas mit 69,78 Metern, wurde knapp verfehlt.
Hinter Borutta steigerte sich Aileen Kuhn (LAZ Ludwigsburg) auf persönlichen Rekord von 64,79 Meter – womit sie die Norm für die U23-EM-Norm für Espoo (Finnland; 13. bis 16. Juli) nur um einen winzigen Zentimeter verfehlte. Persönliche Bestweite bei den Frauen warf auch die einheimische Julia Wörner (LAG Obere Murg), die mit 46,77 Meter Platz sechs belegte.
Das Langenbrander Meeting war zum ersten Mal als „World Ranking Competiton“ eingestuft und zudem Eröffnungsveranstaltung des Deutschen Wurf-Cup 2023, was natürlich die Qualität der Teilnehmer deutlich nach oben hob. Gegen starke nationale und teils auch internationale Konkurrenz soll mit dem Wurf-Cup den Assen und Talenten des Deutschen Leichtathletik-Verbandes (DLV) eine Reihe hochkarätiger Wettkämpfe geboten werden. Trotzdem fielen die Männer gegenüber den Frauen etwas ab. Sieger wurde Lars Wolfisberg vom FC Luzern mit 64,42 Meter. Dahinter platzierten sich Kai Hurych (KSV Fürth) mit 63,68 und der zweite Schweizer, Lukas Baroke vom TV Aarau, mit 63,66 Meter. Vierter wurde Corsin Wörner von der gastgebenden LAG mit 60,82 Meter. Neuen Rekord von 60,41 Meter erzielte Mateo Körner (LAG) als Zweiter der Jugend der U20 mit dem 6-Kilo-Hammer. Vor ihm warf Tim Steinfurth (LG Eppstein-Kelkheim) starke 67,34 Meter. Beachtliche 67,72 Meter weit schleuderte der U18-Sieger Max Baier (TV Fränkisch-Crumbach) sein fünf Kilogramm schweres Arbeitsgerät.
Hochklassige deutsche Spitzenklasse war bei der weiblichen Jugend U18 am Start. Johanna Marrwitz (LG Stadtwerke München) schleuderte das 3-Kilo-Gerät auf hervorragende 65,36 Meter. Dahinter stand ihr Vereinskameradin Clara Hegemann mit 63,38 Meter kaum nach. Luise Herrmann (VfL Sindelfingen) verpasste als Dritte mit 59,44 die 60-Meter-Marke nur knapp, schob sich aber trotzdem auf Platz vier in Deutschland nach vorne. Siegerin der weiblichen Jugend U20 mit dem 4-Kilo-Hammer wurde bei ihrem zweiten Einsatz an diesem Tag erneut Johanna Marrwitz mit 56,75 Meter, womit sie sich in der älteren Altersklasse auf Rang drei schob. Der weiteste Wurf bei der männlichen Jugend U16 gelang Emil Kroner (LAG), der damit für den einzigen Tagessieg des Gastgebers sorgte, mit 48,78 Meter vor Lukas Melzer (LG Teck) mit 57,89 Meter. Kroner baute damit seine Führung in der deutschen Bestenliste M14 weiter aus.
(rawo)